17
Mrz
2009

Mir dünkt, es stürmt und drängt.

Aber nicht mehr hier. Sondern dort.

28
Nov
2008

Zurück in die Zukunft.

Heute ist Geburtstag - und das ist bei mir immer ein etwas sentimentaler Tag. Manchmal wünsche ich mich dann zurück in meine im Rückblick verklärte kuschelige Kinderwelt der 1970er Jahre. Zurück in meine Kindheit.

Testbild

Ich habe hier nun ein Jahr lang immer wieder ein paar meiner Gedanken mit einer kleinen, aber feinen Gruppe an Lesern geteilt. Manches ist mir ganz gut gelungen, manches auch überhaupt nicht. Vieles ist angefangen und unfertig. Manches ist in meinem Kopf ein gutes Stück fertiger als ich es je kommunizieren werde können. In irgendeiner Form, einer neuen Form, möchte ich voraussichtlich weitermachen. Ein gewisses Problem ist dabei, dass ein Blog der meine Interessen abdeckt (vom detaillierten verzwickten Programmierproblem über Schulsorgen meiner Töchter, die Zivilgesellschaft des Jahres 2050 und retour zu den Abgründen österreichischer Provinzpolitik des Jahres 2008) dann vermutlich gar keine Leser mehr findet. Und Feedback brauch ich schon ab und zu - sonst ists auch sinnlos.

Bis ich diese neue Form ersonnen habe brauche ich aber eine Pause. Und eine Pause vom Trubel bestand für ein Kind der 1970er Jahre manchmal auch darin ins Testbild zu starren - und daraus eine gewisse Inspiration zu schöpfen... gewissermassen als Ersatz für das Lagerfeuer unserer Vorfahren... auf dass mir die Übung gelinge... bis irgendwann...

26
Nov
2008

Schmähstad.

Wenn maschi schmähstad ist muss misik einspringen. Und macht maschi dann restlos schmähstad. Denn besser kanns wohl kaum gesagt werden, was gesagt werden musste:

http://www.misik.at/texte-aus-dem-standard-wien/no-they-cant.php

12
Nov
2008

Eine Milchmädchenrechnung...

... zur Kapitalertragssteuer:

Wie hoch ist der reale Ertrag eines Sparbuchs mit 4% Verzinsung in einem Land ohne Kapitalerstragssteuer (KESt) aber mit 4% Inflation?

Richtig. Null.

Und wie hoch ist dann der reale Ertrag eines Sparbuchs mit 4% Verzinsung in einem Land mit 25% Kapitalerstragssteuer und 3% Inflation?

Richtig. Auch Null.

Und wie hoch genau ist dann eigentlich ein Steuersatz, bei dem nach Besteuerung gar nichts übrig bleibt? 25%? Fragen über Fragen...

11
Nov
2008

(Fast) Ohne Worte

Die Post will also bis 2015 bis zu einem Drittel der Belegschaft abbauen, die AUA soll bekanntlich unter Zeitdruck zu möglichst hohem Preis niedrigen Kosten verkauftschenkt werden, und ja, die Telekom Austria überrascht nur ungelernte Österreicher heute mit einer Gewinnwarnung und baut bereits bis Ende 2009 zumindest 1.250 Beschäftigte ab.

Während Infrastrukturminister Faymann meint, diese Entwicklungen per Verordnung bremsen zu können, versuchen die Mitarbeiter des gesunden Unternehmens Post mit Eigeninitiative und neuen sowie kreativen Marketingideen auch dem Kunden die Qualität der Produkte näher zu bringen:

aon-tv

Gesehen heute im Eingangsbereich einer Wiener Postfiliale.

4
Nov
2008

Heute Nacht.

Heute Nacht wird Geschichte geschrieben.

Man schreckt instinktiv davor zurück, zu solch "pathetischer" und mit hoher Wahrscheinlichkeit überzogener Wortwahl zu greifen. Man sollte sowas auch eigentlich überhaupt nicht - oder wenn dann wirklich nur ganz, ganz selten tun. Doch man sollte auch nicht anstehen, solche Worte auszusprechen bzw. niederzuschreiben, wenn man tatsächlich den Eindruck hat, dass die Möglichkeit einer Zeitenwende historischer Dimension förmlich zu greifen ist.

Und ich möchte daran glauben und sage daher auch einfach mal, ich glaube daran: der 4. November 2008 hat das Potential als markantes symbolisches Wendedatum in die Geschichte des frühen 21. Jahrhunderts einzugehen. Wenn man acht Jahre nach der Wahl 2000 ohne jeden Zweifel analysieren kann, dass die Welt heute anders - und ja: besser - aussähe, wäre damals Al Gore zum US Präsidenten gewählt worden - dann hat sich die Wahrscheinlichkeit dafür, heute eine mindest ebenso historische Entscheidung zu erleben nach eben diesen acht Jahren George Bush ebenso ohne jeden Zweifel nocheinmal dramatisch erhöht.

Barack_Michelle

Obama, und ich möchte daran glauben und sage daher auch einfach nochmal, ich glaube auch daran, er wird morgen früh der gewählte 44. US-Präsident sein, wird es zweifellos sehr schwer haben, auch nur einen Teil der Hoffnungen, die in ihn gesetzt werden, zu erfüllen. Aber er kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. Und er ist die Art von Persönlichkeit, die ein Gespür für den "richtigen Augenblick" hat: er weiss um "seine" Chance.

Amerika erwartet einen Präsidenten, der dem Land seinen Traum wieder zurückgibt. Dazu wird es notwendig werden, eine Aufräumarbeit zu leisten, die jener der Aufarbeitung der aus grundrechtlicher Sicht ebenfalls sehr schwarzen "McCarthy Ära" in nichts nachstehen wird. Die nicht zur Mitabstimmung berechtigte "restliche Welt" aber wartet heute auf eine Persönlichkeit, die für ausgewogene politische Werte steht und das Potential hat, zu einigen mehr als wichtigen globalen Weichenstellungen in den Bereichen Armut, Entwicklung, Umwelt zu inspirieren.

Dear americans, it really was fucking difficult with you, lately. Today you have the chance that we just start all over again, ok? So please: don't mess it up.

30
Okt
2008

Die Erste...

... wird nicht die letzte sein.

Erste Group nimmt Staatshilfe in Anspruch.

Den österreichischen Banken gehts hervorragend und nein, diese vierunddreissig klar von den anderen unterscheidbaren Stimmzettel sind nicht markiert.

28
Okt
2008

Ein Bauernopfer ...

... ist laut Wikipedia im übertragenen Sinn insbesondere auch "eine Person, der eine Schuld angelastet wird, um dieselbe nicht einer bedeutenderen Person anlasten zu müssen und somit Strafe oder Kritik von dieser fernzuhalten".

Im Fall des Wiener Strassenbahnfahrers, dessen "launige" Begleitung der letzten Fahrt der Wiener Ringlinie 1 ganz unverhofft zu seiner persönlich letzten Fahrt überhaupt wurde - er wurde gestern Montag umgehend entlassen - kann man zwar nicht so ohne weiters eine voll bewusste, berechnende Darbringung eines Bauernopfers orten, mir persönlich drängt sich aber doch die Assoziation auf, dass hier das Unbewusste der Ringel'schen "österreichischen Seele" der Republik indirekt ein Schnippchen geschlagen hat.

Die Szene, dass hier ein Strassenbahnfahrer am Ende seiner "letzten Durchsage" die Worte "Sieg Heil" sprach, löste gestern nicht nur unter österreichischen Bloggern und Onlinemedien Alarmstufe Rot aus, sondern lief auch in den ORF Nachrichtensendungen "Österreich" sowie als eine Art Schlusshappen der täglichen Portion Empörung in der ZIB24: meiner bescheidenen Ansicht nach verantwortungslos unkommentiert und dem Zusammenhang zu stark entkleidet.



Denn als ich die gestern noch via Oliver Ritter auf YouTube komplett zu sehen gewesende und mittlerweile vom User leider entfernte Szene sah, sagte mir mein erstes Bauchgefühl, dass sich hier ein patscherter und von der Gesamtsituation überforderter Strassenbahner das Gehör einer feuchtfröhlich und angeheitert-lautstarken Meute verschaffen wollte, mit einer zunächst aus Zufälligkeiten ("mein Führerstand") geborenen (mutmasslichen) Hitler-Verarsche ein diesbezüglich funktionierendes Mittel gefunden zu haben glaubte und der jauchzenden Menge dann den strassenbahnfahrenden Kabarettisten geben wollte. Sein vorrangiges Pech: da er alles andere als ein stadtbekannter Kleinkünstler ist und seine wahre Haltung zu solch heiklen Themen daher auch gar nicht über jeden öffentlichen Zweifel erhaben sein kann, gerät sowas sehr rasch in die - für mich mutmasslich - "falsche" Kehle. Nachdem ein Herr dann sehr aufgebracht und mit grossem Nachdruck seine Dienstnummer verlangte, entschuldigte sich der Fahrer auch noch über Lautsprecher für seinen nun von ihm als "Entgleisung" erkannten Ausritt.

Aber auch ganz egal, ob ich mit meinem persönlichen Bauchgefühl hier recht habe oder nicht (ich kann die ganze Szene nun leider auch nicht nochmal "nachbetrachten"): liebe Leute, es kann nicht drauf ankommen, was jemand sagt und wonach es dem einen oder dem anderen klingt, sondern es muss drauf ankommen, was damit im ganz konkreten Fall und von der ganz konkreten Person wirklich gemeint und beabsichtigt war. Und ich würde zu gerne wissen, ob die Wiener Linien an einem einzigen Tag ausreichend Zeit fanden, um die Rechtfertigung für eine Entlassung hier hieb- und stichfest festzustellen. Oder war sie vielleicht einfach im Zuge der medial gebotenen Eile nicht mehr gar so wichtig, die persönliche Zukunft dieses Mannes und seiner Familie? Warum hat man ihn nicht suspendiert, um ihm nach öffentlicher Stellungnahme und Entschuldigung die Chance auf Rehabilitation zu eröffnen, wie zB Georg Pichler zu Recht auf jede Menge gangbare Alternativen hinweist.

Mehr Vertrauen als in das Rechtsgefühl der Wiener Linien habe ich, dass die nun ebenfalls bereits wegen des NS Verbotsgesetzes ermittelnde Staatsanwaltschaft nicht in das sogenannte "Erfolgsprinzip" altgermanischen Rechts zurückfallen wird, in dem nur der Augenschein zählte, nicht aber das innere Wollen des Handelnden oder gar seine persönliche Schuld. So hält unser heutiges Strafrecht die in dusteren Vorzeiten völlig ignorierte Frage, ob jemand vorsätzlich zB getötet hat oder aber ob er eine Tötung fahrlässig verursacht hat für die letztlich allerwichtigste Frage überhaupt: ihre Beurteilung entscheidet über "Lebenslänglich" auf der einen oder ein Jahr Freiheitsentzug als Höchststrafe auf der anderen Seite. Ihre Beurteilung entscheidet auch darüber, ob eine in Österreich mit langjährigen Haftstrafen bedrohte NS Wiederbetätigung vorliegt, oder aber: rein gar nichts.

Sicherlich: man muss weder das offene Lachen in einem Film wie Benignis Das Leben ist schön als nach vielen Jahrzehnten nun langsam irgendwie möglich oder sogar befreiend empfinden können - schon gar nicht muss man über Grissemanns und Stermanns Deutsche Kochschau laut lachen können - es gibt jede Menge gute Gründe dafür, für sich selbst und ganz persönlich zu beschliessen, eine Hitler- und Deutschtümelei-Verarsche als unangebracht und angesichts der auf ewig unfassbar bleibenden Verbrechen des Nationalsozialismus auch auf ewig als "unmöglich" zu empfinden.

Ich assoziiere aber ganz absurderweise gerade zu diesem Fall, dass wir immer noch in einem Land zu leben scheinen, in dem das Schicksal eines Einzelnen weniger wichtig sein kann als das medial hochgepushte Empfinden des Publikums. Man nannte dieses seinerzeit übrigens das "gesunde Volksempfinden"... haben wir denn wirklich so wenig dazugelernt? Natürlich nicht, sehr viele haben sehr viel dazugelernt, gerade auch das zeigt die breite Empörung über diese Episode. Nur die innere Balance, sie haben wir offenbar noch nicht wirklich wiedergefunden. Und im Grunde: wer wollte uns das angesichts dieser unserer "einzigartigen" Geschichte denn auch verübeln...

Apropos verübeln: ich persönlich verüble dem österreichischen Parlament, dass es aller Voraussicht nach Martin Graf zu seinem "dritten" Präsidenten küren wird. Martin Graf ist bekanntlich Mitglied der schlagenden Burschenschaft "Olympia", bei der beispielsweise der vom deutschen Verfassungsschutz als "rechtsextremer Liedermacher" eingestufte Michael Müller 2003 gastieren durfte, jener Michael Müller, von dem laut dem Olympia-Dossier der Grünen ua folgende Umdichtung von Udo Jürgens Lied “Mit 66 Jahren…” stammt:
“Mit 6 Millionen Juden da fängt der Spaß erst an, bis 6 Millionen Juden da bleibt der Ofen an. (…),(…) wir haben reichlich Zyklon B.(…)(…) bei 6 Millionen Juden, ist noch lange nicht Schluss.”
(via)
Aber, und dieses traurige Grundprinzip medial-politischen Getöses kennt ja nun wirklich jeder Hinterbänkler: warum auch die wirklichen, echten, grossen Probleme ansprechen oder gar lösen, wenn man die Öffentlichkeit genausogut mit völlig unwichtigen Randthemen für sich vereinnahmen kann? Wenn solcherart Zynismus wiedermal eine Form anzunehmen scheint, bei der ein echter, realer, unperfekter Mensch, der bittschön nicht nur im Patschenkino existiert, auf der Strecke bleibt und (fast) allen ists wurscht, dann wehre ich mich aber. Ganz simpel.

Update, 28.10., 14:41: Martin Graf bekleidet dank 109 unserer 183 Abgeordneten zum Nationalrat nun eines der protokollarisch höchsten und im Fall von Verfassungsturbulenzen ganz real wichtigsten Ämter, die in diesem Staat zu vergeben sind.

Update, 30.10., 10:44: Das Video ist auf Vorarlberg Online inkl. der Eingangssequenz, die die Intention des Fahrers für mich ziemlich deutlich macht, nachzubetrachten, kann aber nicht eingebettet werden. Seine Entschuldigung via Lautsprecher fehlt aber hier.

22
Okt
2008

13
Okt
2008

Die globale Emanzipation

des Individuums - also im Grunde nicht mehr, aber auch nicht weniger als das ambitionierte Programm der "1968er Generation" - verspricht uns ein durch und durch "kapitalistischer" Vorschlag von Olaf L. Müller, vorgetragen im Rahmen des für "Zeit"-Verhältnisse knappen Artikels Ein Sündenkonto für jedermann.

Wie man mit marktwirtschaftlichen Methoden die nach Meinung fast aller Experten dringend notwendige globale Klimawende schaffen kann und gleichzeitig für die vor allem von linker Seite zu Recht angemahnte Verteilungsgerechtigkeit sorgt - ich bin mir da sehr sicher: die eine Hälfte der Leser wird es nicht verstehen, die andere wird es nicht verstehen wollen. Aber einige wenige, die nicht in diese beiden Schubladen passen, täten mich schon freun. (Ein Danke an hannes.s für den Lesetipp)
bastille

brainstorming the bastille?

Geistig erstarrten Bastionen begegnen wir nicht nur in der Politik, sondern beinah überall... nicht zuletzt auch in uns selbst. Und so bleibt aber die ständige Herausforderung, sie immer wieder neu zu erstürmen.

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martin[@]schimak[.]at
VIENNA, AUSTRIA

Comments

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http://www.healthraport.de/ratschlage/a,men-solution-plus-losung-fur-echte-manner.html (Gast) - 20. Sep, 13:12
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dieser ganze zirkus von wegen kampf gegen raucherlokale...
wallenstein (Gast) - 23. Feb, 11:04
Danke für diesen...
Danke für diesen Blog - ist mir immer wieder...
shaman (Gast) - 2. Dez, 11:56
alles gute! des rätsels...
alles gute! des rätsels lösung: machs wie...
Tom Schaffer (Gast) - 29. Nov, 22:57
Alles Gute
habe dich gerne gelesen. wenn auch nicht immer kommentiert.
weltbeobachterin (Gast) - 29. Nov, 16:46
Besserwisser ist das...
oder ich habe es falsch angewendet. Nicht im Sinne...
weltbeobachterin (Gast) - 29. Nov, 16:40
Zuerst mal alles Gute...
Zuerst mal alles Gute zum Geburtstag! Ich kenne das...
Thomas (Gast) - 28. Nov, 17:24
zum falsch verstehen
Muss mich jetzt doch nochmal dazu äußern... "weltverschwöru ng...
shaman (Gast) - 27. Nov, 14:47
naja, ich muss mich auch...
naja, ich muss mich auch öfter mal über ihn...
maschi - 26. Nov, 22:14
sorry
aber Misik ist für mich ein rotes Tuch. Ich kann...
weltbeobachterin (Gast) - 26. Nov, 19:44

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